Wildleder ist ein empfindliches Material, dessen Oberfläche aus feinen Fasern besteht, dem sogenannten Flor. Diese Fasern verleihen dem Leder seine weiche Haptik und die typisch samtige Optik, reagieren aber empfindlich auf mechanische Einwirkung. Wer wildleder reinigen möchte, steht daher oft vor der Frage, ob eine Bürste das richtige Hilfsmittel ist. Die Antwort lautet: Es kommt auf den Zustand des Leders und die Art der Verschmutzung an. Eine Bürste ist nicht grundsätzlich schädlich, aber sie kann den Flor unwiederbringlich verändern, wenn sie zum falschen Zeitpunkt oder mit zu viel Druck eingesetzt wird. Besonders kritisch wird es, wenn Staub oder Sand in die Fasern eingedrungen sind und Sie sofort mit einer harten Bürste darübergehen. Die körnigen Partikel wirken dann wie Schleifpapier und reißen die feinen Härchen ab, wodurch kahle Stellen entstehen. Auch bei feuchten oder gar nassen Stellen sollten Sie von einer Bürste Abstand nehmen, da das aufgeweichte Material leichter aufraut und dauerhaft struppig bleibt.
Der richtige Zeitpunkt für eine Bürste ist gekommen, wenn das Leder trocken ist und es lediglich darum geht, den Flor wieder aufzurichten oder oberflächlichen Staub zu entfernen. Verwenden Sie dafür eine weiche Wildlederbürste mit Messingborsten oder eine spezielle Kreppbürste und arbeiten Sie in sanften, gleichmäßigen Strichen ohne Druck. Bevor Sie wildleder reinigen, klopfen Sie das Kleidungsstück oder den Schuh zunächst vorsichtig aus und lassen groben Schmutz abfallen. Erst danach nehmen Sie die Bürste zur Hand. Bei hartnäckigen Flecken ist größte Vorsicht geboten: Reiben Sie nicht hektisch hin und her, sondern tupfen Sie mit einem trockenen Tuch oder einem speziellen Reinigungsblock. Eine Bürste sollte hier nur zum Einsatz kommen, nachdem der Fleck angetrocknet ist und sich die losen Rückstände lösen lassen. Wer bei jeder kleinen Verschmutzung sofort zur Bürste greift, riskiert, dass der Flor mit der Zeit dünn und ungleichmäßig wird.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Verwendung der falschen Bürste. Grobe Drahtbürsten oder harte Kunststoffborsten gehören nicht an Wildleder, da sie die Oberfläche aufkratzen und die Faserstruktur zerstören. Prüfen Sie vor der Anwendung immer, ob die Bürste sauber und trocken ist, denn eingeschlossene Sandkörner richten auch bei weichen Borsten Schaden an. https://fgs-lederfarben.de/ , ob eine Bürste Ihrem Stück noch guttut, testen Sie deren Wirkung zunächst an einer unauffälligen Stelle. Zeigt sich dort bereits ein rauer oder ausgedünnter Bereich, sollten Sie auf die Bürste verzichten und stattdessen zu einer trockenen Reinigungsmethode greifen. Nach dem wildleder reinigen empfiehlt es sich, das Material vollständig trocknen zu lassen und den Flor anschließend nur noch leicht mit der Hand glatt zu streichen. So bleibt die Oberfläche gleichmäßig und Sie vermeiden, dass eine unnötig aggressive Bürstenbehandlung den Charakter des Leders dauerhaft verändert.